Toyotismus

Dieses Thema im Forum "Links" wurde erstellt von celica4x4turbo, 27.04.2006.

  1. #1 celica4x4turbo, 27.04.2006
    celica4x4turbo

    celica4x4turbo Mitglied

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  3. Key

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    Hatte mir den Artikel und andere früher schon mal durchgelesen.

    Problem dabei ist, das System ausserhalb von Japan :voll: durchzusetzen. Toyta aus Frankreich oder England sind weit zuverlässiger, als die Autos der dort ursprünglich ansässigen Hersteller (Renault, Citroen, Rover,...). Aber, sie sind nicht so, wie die Autos von Toyota, die in Japan produziert werden. Schlecht sind sie nach wie vor nicht, aber es hat sich was verändert.

    Toyota will im Moment der grösste Automobilhersteller werden. Das ist zusammen mit anderen Problemen (z.B. Zulieferer), einer der Gründe, warum der Fahrer nicht mehr :die: Zufriedenheit hat, wie vor ein paar Jahren, auch wenn es oft nur Kleinigkeiten sind.

    Honda und Mazda (trotz Ford), scheinen da :fast: besser zu sein.
     
  4. RST

    RST Fahrzeug Techniker

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    Japan hatte ja auch über 50 Jahre Zeit, das System einzuführen und zu perfektionieren. Ist ja klar, daß das anderswo nicht von heute auf morgen funktioniert.

    Und wenn ich mir folgenden Abschnitt durchlese, hab ich das Gefühl, manche Führungskräfte in Europa schaffen es auch in 50.000 Jahren nicht :(


    "Qualifizierung und Training der Mitarbeiter

    Wer eine Steigerung der Produktqualität fordert, muss zunächst für eine Verbesserung der Prozessqualität sorgen. Nur wenn die Mitarbeiter registrieren, dass sich das Management für ihre täglichen Probleme im Prozess interessiert und sie bei der Lösung dieser Probleme aktiv unterstützt, realisieren sie, dass die kontinuierliche Prozessverbesserung tatsächlich gewollt ist.

    Ergebnisorientierung ist Demotivierung. Wenn der Trainer dem Hochspringer die Latte permanent auf 2,30 m legt und ihm nicht verrät, wie er diese Höhe überwinden kann, verliert der Springer den Spaß an seinem Sport – er resigniert. Prozessorientiertes Management ist unterstützendes Management.

    In den Toyota-Fabriken sind die Werker der wichtigste Faktor im Prozess. Man hat verstanden, dass die Investition in die Qualifizierung der Mitarbeiter der entscheidende Wettbewerbsvorteil ist, im Kampf um Qualität und Kosten. Kontinuierliche Prozessverbesserung heißt kontinuierliche Qualifizierung der Mitarbeiter."
     
  5. #4 MichBeck, 28.04.2006
    MichBeck

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    In Japan werden auch die einfachsten Arbeiten (Parkplatzeinweiser, Bandarbeiter etc.) mit Stolz für sich und das Unternehmen getätigt. Das hat mit damit zu tun daß die Qualität gleichbleibend hoch ist.
    Hab mich auch mal mit dem Toyota Produktionsprozess beschäftigt. Es hängt auch da eben noch an motivierten qualifizierten MA.
     
  6. Hardy

    Hardy Guest

    Ich habe den Eindruck, daß europäische Manager das Prinzip wie immer nur korrumpieren: Ergebnisorientierung gehört der Vergangenheit an, Prozeßorientierung ist der neue Trend. Aber sie verstehen darunter nicht, Weisheit in Prozesse einfließen zu lassen und das WIE zu pflegen, sondern einfach jede Kleinigkeit in einem Prozeß zu modellieren.
     
  7. #6 WolfiÖsi, 28.04.2006
    WolfiÖsi

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    Schönes Thema :))

    Als Geschäftsleiter meiner eigenen 40 Mann Maschinenbaufirma versuche ich vieles von dem für unsere Firma umzusetzen (seit knapp einem Jahr).

    Ich denke einiges haben wir schon erreicht, besonders in Hinblick auf langfristige Strategie, Mitarbeitermotivation, Mitarbeiterschulung, Mitarbeitereinbeziehung.

    Um wirklich die Prozesse auf Kundentakt, Pull & Flow umzustellen, muss ich aber zuerst meine Manager noch auf einige Schulungen schicken....

    ... noch bin ich der einzige der den Toyota Virus wirklich in sich trägt :D

    Der kulturelle Unterschied ist aber wirklich nicht zu unterschätzen, japanische Tugenden und österreichische Kompromisskultur gewürzt mit gut 30% balkanischer Schlampigkeit wollen erst mal auf Standardisierung der Prozesse getrimmt sein :rolleyes:
     
  8. 6pack

    6pack Mitglied

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    ich sehe, daß eine persönlichkeit aus der automobilgeschichte zu späten "ehren" kommen wird

    ich sage nur LOPEZ!!
    ...und begrüßen tue ich das nicht!

    wenn ich mir angucke, wie heute der shareholder value regiert und die aggressieve marktpolitik hier in europa ihren teil dazu tut....

    da rücken die sparzwänge bei allen herstellern viel zu weit in den vordergrund und das geht zwangsläufig auf die qualität.

    immer mehr wird "outgecourced" und kompetenzen werden abgegeben/verlagert zum supplier...

    nun ja,
    wie war das mit dem Image? ...wenn es erstmal ruiniert ist...
     
  9. #8 WolfiÖsi, 28.04.2006
    WolfiÖsi

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    RE: ich sehe, daß eine persönlichkeit aus der automobilgeschichte zu späten "ehren" kommen wird

    Kannst Du mir mal auf die Sprünge helfen, was deine Schimpftirade mit Toyotas Firmen- und Produktionsphilosophie zu tun hat? ?(

    Bei Toyota geht es doch genau darum den Mitarbeiter und das langfristige Gemeinwohl und sogar die Umwelt in den Mittelpunkt der obersten Firmenstrategie zu stellen.
    Hier wird immer wieder darauf geschimpft, daß Toyota in Europa produzieren lässt. Wißt Ihr warum Toyota das macht? Nur um Kosten zu sparen? In England z.B.?
     
  10. RST

    RST Fahrzeug Techniker

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    Schön gesagt :D:D:D
     
  11. 6pack

    6pack Mitglied

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    RE: ich sehe, daß eine persönlichkeit aus der automobilgeschichte zu späten "ehren" kommen wird

    du hast es ja erkannt,
    ich bin ein wenig betroffen und zum thema passt es vielleicht nicht wirklich...

    ich denke aber schon daß die hier (bei euch auch?) produzieren um kosten zu sparen.
    überlege mal, was da für eine logistik dranhängt und wie weit japan vom hiesigen markt weg ist!
     
  12. Key

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    RE: ich sehe, daß eine persönlichkeit aus der automobilgeschichte zu späten "ehren" kommen wird

    Ich kann jetzt nur für mich sprechen: ich schimpf nicht darauf, dass Toyota Autos hier in Europa baut. Im Gegenteil, das schafft ja Arbeitsplätze, bringt den Ländern Steuern.

    Aber, die Qualität scheint nicht ganz so gut wie in Japan zu sein. Wobei die ja immer noch besser als bei den anderen Autoherstellern ist.
     
  13. wydi

    wydi Mitglied

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    kann mich nicht beklagen mit den europäischen Toyos. Die sind praktisch gleichviel wert wie die Japaner. :]

    Aber beim Autokauf achte ich gleichwohl auf das JT im Chassis Nr. ;)
     
  14. AdMan

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  15. #13 MichBeck, 29.04.2006
    MichBeck

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    Toyota baut wegen Importquoten in Europa! Freiwillig machen die das nicht.

    Find auch "WolfiÖsi" hast es gut ausgedrückt! :D

    Übrigens: Top daß hier auch Unternehmer am Start sind! :]
     
  16. #14 WolfiÖsi, 29.04.2006
    WolfiÖsi

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    Die Gründe für die Fertigung in Europa sind meines Wissens:
    1. Kundennähe: Beseitigung von VERSCHWENDUNG im gesamten Organisationsablauf und die Fertigung im TAKT des Kundenbedarfs sind absolute Kernpunkte des TPS (Toyota Produktions System). Die extrem lange Transportzeit aus Japan ist unvorstellbare ZeitVERSCHWENDUNG für Toyota. Deshalb fertigt man nicht nur die Autos in Europa, es werden auch so gut wie alle Zulieferteile möglichst nahe beim Werk gekauft, um maximal einen Produktionstag (!!) Komponenten auf Lager liegen zu haben.
    Mit den Transportzeiten am Schiff von mehreren Wochen kann man auch nicht im TAKT des Kundenbedarfs fertigen.
    2. LANGFRISTIGE Unternehmensgesundheit und VERANTWORTUNG für die Gesellschaft und Umwelt: Darauf fusst wie schon gesagt die Unternehmensphilosophie von Toyota. Und hier ist keineswegs nur die japanische Gesellschaft gemeint, sondern alle Märkte und Nationen in denen Toyota Autos verkaufen will.

    Irgendwann wird es abertausende Kleinfabriken von Toyota auf der ganzen Welt geben, wo einzelne Fahrzeuge direkt auf Kundenbestellung gefertigt werden.
    Z.B. so: 1 Corolla, 2 Yaris, 1 Avensis, 2 Prius ..... und das alles von einem Band runter 8o
     
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