Paragrap im BGB

Dieses Thema im Forum "OFF-TOPIC" wurde erstellt von Joh, 15.06.2012.

  1. Joh

    Joh Mitglied

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    Hallo Gesetzeskundige,
    es gibt einen Paragrapen der so ungefaehr sagt, dass man sich so verhalten muss und gegbenenfalls massnahmen treffen muss um Schaeden abzuwenden. Mein altes Hirn versucht sich an Text und Paragraphen zu erinnern aber ich komme nicht mehr drauf. Grund: ein Gaertner hat Baume und Hecken ausgeschnitten und dabei haben Dornrnen Spuren im Lack hinterlassen. Der Mensch meint, das sei unvermeidbar, weil man nicht absperren kann und auch nicht alle Leute informieren kann. Und ausserdem ist es ja nicht sicher dass der Schaden von seiner Arbeit ist. Darueber kann man auch geteilter Meinung sein aber gut. Jetzt isses so und ich will mit dem Mann noch einmal sprechen und nicht gleich zum Anwalt rennen.
    So danke schon einmal fuer Eure Muehe
    Joh
     
  2. AdMan

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  3. #2 Thunderball, 15.06.2012
    Zuletzt bearbeitet: 15.06.2012
    Thunderball

    Thunderball Mindesthöhenbeauftragter

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    § 823 BGB

    (1) Wer vorsätzlich oder fahrlässig das Leben, den Körper, die Gesundheit, die Freiheit, das Eigentum oder ein sonstiges Recht eines anderen widerrechtlich verletzt, ist dem anderen zum Ersatz des daraus entstehenden Schadens verpflichtet.
    (2) Die gleiche Verpflichtung trifft denjenigen, welcher gegen ein den Schutz eines anderen bezweckendes Gesetz verstößt. Ist nach dem Inhalt des Gesetzes ein Verstoß gegen dieses auch ohne Verschulden möglich, so tritt die Ersatzpflicht nur im Falle des Verschuldens ein.
     
  4. #3 *Black Devil*, 15.06.2012
    Zuletzt bearbeitet: 15.06.2012
    *Black Devil*

    *Black Devil* E11-Green Devil

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    Zu Abs. 1.

    Mit dem wirst Du ein Problem haben, da der Gärtner ja nicht Widerrechtlich gehandelt hat.
     
  5. #4 Trecker, 15.06.2012
    Trecker

    Trecker Senior Mitglied

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    Der Hinweis von Thunderbird ist völlig korrekt für diesen fiktiven Fall. Auch im Falle der Fahrlässigkeit.

    "Widerrechtlich" im Sinne des BGB bedeutet "ohne rechtfertigenden Grund".

    Der Gärtner hätte, ggf. unter Zuhilfenahme der Polizei versuchen müssen, den Halter des Fahrzeuges zu erreichen, damit dieses aus dem Gefahrenbereich der Baumschnittarbeiten gebracht werden kann. Er hätte ersatzweise auch mit einer stabilen Plane abdecken können, sofern nach seiner fachmännischen Erfahrung dies ausreicht.

    Die Aussage, er könne nicht alle Fahrzeugbesitzer erreichen, ist unsinnig und erst recht keine Rechtfertigung.

    Ich hatte einen ähnlichen Fall in eigener Sache. Bei Fassadenarbeiten am Haus (Putz erneuern) wurde beim Abschlagen des alten Putzes mein Auto beschädigt. Es standen keine Hinweisschilder da, dass so etwas stattfindet bzw. wurde keine Bedarfshalteverbotszone bei der Behörde beantragt und entsprechend beschildert. Letzteres ist vier Tage zuvor einzurichten. Die BetriebshaftpflichtVS zahlte.

    Sollte der kausale Zusammenhang der Baumschnittarbeiten mit den Lackkratzern offensichtlich sein, kann man in solchen oder ähnlichen Fällen getrost zum Rechtsanwalt gehen.
     
  6. #5 motorsport-e9, 15.06.2012
    motorsport-e9

    motorsport-e9 Lebende Foren Legende

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    Wie gut dass ich sowas gerade lerne.

    §823 BGB ist zudem immer gebunden an §276 II BGB.

    Ich zitiere:
    Fahrlässig handelt, wer die im Verkehr erforderliche Sorgfalt außer Acht lässt!


    Tja die Sorgfalt hat er eindeutig schleifen lassen und somit vermutlich unbewusst "fahrlässig" gehandelt.
    Folglich muss er für den Schaden aufkommen, bzw. die Firma - siehe §278 BGB (Verantwortlichkeit des Schuldners für Dritte.)
    Diesen Paragraphen-Weg wird jeder Rechtsanwalt eingehen und mit 100%iger Wahrscheinlichkeit durchgesetzt bekommen.
     
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