Händler: Ausschluss der Gewährleistung im Vertrag?

Dieses Thema im Forum "Oldies" wurde erstellt von Pirx, 27.10.2009.

  1. Pirx

    Pirx Grünschnabel

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    Hallo zusammen,
    da ich mein Anliegen in keiner der anderen Rubriken so recht unterbringen kann, schreibe ich es mal hier hinein:

    Es geht darum, dass ich momentan in Verhandlung mit einem gewerblichen Händler stehe, um einen gut erhaltenen Toyota Starlet Bj 1997 zu einem fairen Preis zu kaufen.

    Nach einigem Hin und Her sind wir handelseinig gworden. Nun rückt der Händler plötzlich damit heraus, dass er jegliche gesetzliche Gewährleistung ausschließen müsse, da bei dem relativ geringen Verkaufspreis eine solche von ihm nicht getragen werden könne. Meinen Hinweis, dass die Gewährleistung im Gesetz geregelt sei, konterte er mit der Behauptung, dass die Gerichte oft gegenteilig entschieden.

    Meine Frage jetzt hierzu: kann der Händler dies überhaupt? Denn das Gesetz legt ja eindeutig fest, dass die Gewährleistung zwingend ist und nicht vertraglich negiert werden kann. Wie würdet ihr euch hier verhalten? Der Händler macht auf mich einen seriösen Eindruck, und der Wagen ist, soweit ich das beurteilen kann, in einem guten Zustand. TÜV bekommt er neu durch den Händler.

    Eine andere Frage in dem Zusammenhang: im Fahrzeugbrief, den ich gesehen habe, ist der Händler nicht als Zwischenbesitzer eingetragen. Hat dies evtl eine negative Bedeutung, die mich warnen sollte?

    Danke für eure Mühe!

    Grüße aus Hamburg

    Arndt
     
  2. AdMan

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  3. Shai

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    Das ist normal, daß der Händler im Brief nicht als Zwischenbesitzer aufgelistet ist. Er hat den Wagen nicht auf sich zugelassen um diesen privat oder als Geschäftswagen zu nutzen.
    Nein er will mit dem Wagen Geld verdienen, indem er ihn weiterverkauft.

    Soweit ich weiß, kann er den Wagen jetzt an einen Gewerbetreibenden (z.B. anderen Händler) weiterverkaufen oder ihn in den Export geben, ohne dafür eine Garantie geben zu müssen.

    Oder er verkauft ihn mit Garantie an eine Privatperson weiter.
    Wenn diese natürlich vertraglich und freiwillig von ihrem Garantierecht zurücktritt, dann könnte ich mir vorstellen, daß dies rechtlich möglich ist.
    Ob dem so ist, kann ich nur mutmaßen.
    Jedoch ist der Händler nicht verpflichtet den Wagen an eine Privatperson zu verkaufen.

    Ich persönlich wäre aber mehr als skeptisch, wenn der Händler keine Garantie geben möchte.
     
  4. Pirx

    Pirx Grünschnabel

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    Danke dir.

    Garantie und Gewährleistung sind aber zwei ganz verschiedene Baustellen. Garantie ist eine freiwillige Veranstaltung, während die Gewährleistung gesetzlich vorgeschrieben ist. Letztere beinhaltet Sachmängelhaftung, während erstere darüber hinausgeht und alles umfasst, was der Händler darin anbietet, aber eben freiwillig und hauptsächlich zu Marketing-Zwecken.

    In diesem Fall ist es so, dass der Wagen mir gefällt, ich ihn eigentlich haben möchte, aber dieser Disput wegen der Gewährleistung das ganze Geschäft schwierig einschätzen lässt.

    Der Händler will den Wagen an mich verkaufen, aber möglichst ohne Gewährleistung, da er meint, dass bei einem Gewinn von ein paar Hundert Euro eine Gewährleistung nicht tragbar sei.

    So, wie ich das einschätze, kann er ja einfach sagen, dass er mir den Wagen nicht verkauft, wenn ich auf Gewährleistung bestehe. Ich kann ihn ja nicht zwingen, an mich zu verkaufen. Andererseits kann ich die Gewährleistungs-Frage einfach unbeantwortet lassen und den Wagen kaufen, denn ein gültiger Kaufvertrag beinhaltet auf jeden Fall die Gewährleistung, selbst, wenn sie darin ausgeschlossen wird (was unwirksam wäre laut Gesetz).

    Bin aber auch kein Fachmann...
     
  5. #4 Lukas715, 28.10.2009
    Lukas715

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    Die Gewährleistung gilt 24 Monate, kann vom Händler auf 12 Monate verkürzt werden, das machen die meisten. Ganz ausschließen kann er die Gewährleistung beim Verkauf an einen Kunden nicht, vor Gericht hält ein Ausschluss derselbigen meist nicht stand. Daher greifen viele Händler zum Mittel des Kommissionsverkaufs. Da steht dann irgendwo ganz klein drinnen "Kommissionsverkauf im Kundenauftrag" oder so ähnlich, damit läuft die ganze Geschichte offiziell über den Vorbesitzer und der Händler ist die Gewährleistung umgangen, die für ihn verpflichtend ist.

    Bitte nicht naiv sein. Ich kenne keinen Händler, der für einen 12 Jahre alten und recht billigen Wagen noch Gewährleistung geben würde, das ist normal dass es da nichts mehr gibt. In einen Wagen kann man nicht reinschauen und einem Auto das doch schon so alt ist vertraut kein Händler mehr 12 Monate lang.

    Mir hat ein anerkannter Händler hier in der Gegend gesagt, er stelle sich aus Prinzip nichts älteres als 8 Jahre auf den Hof, egal welches Fabrikat. Auf meine Frage warum meinte er nur "Des mocht fost kana mea, kaunst net einischaun in so an oidn Wogn." Recht hat er, im Prinzip. ;) :D

    100%ig ausgeschlossen hat der Händler die Gewährleistung meines Wissens nur mit einem Kommissionsverkauf bzw. dann, wenn er mit dir keinen Kaufvertrag macht sondern dir nur eine Geldeingangsbestätigung ausfüllt.

    Bei meinem letzten Gebrauchtwagenkauf hab ich das so gemacht: Ich wollte vom Händler einen Wagen kaufen, aber bitte ohne Gewährleistung und damit natürlich deutlich billiger als mit. Er stellt mir eine Geldeingangsbestätigung aus (damit konnte ich den Wagen ganz normal anmelden), er ist die Gewährleistung umgangen und ich hab die Kiste deutlich billiger gekauft.
     
  6. #5 Celi GT, 28.10.2009
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    Sobald er einen Händlerkaufvertrag nimmt, ist er zur Gewährleistung verpflichtet. Ein Ausschluß hält vor Gericht nicht stand!
    Ausnahme: er verkauft das Fahrzeug als defekt/nicht fahrbereit/Unfallauto,... . Dies muß im Kaufvertrag extra angeführt werden!
    Hier gehts doch um einen Starlet, Bj..97. Ich nehm an das Auto kostet
    max. 1000 Euro. Wenn das Auto halbwegs grad läuft, dann kauf es einfach. Wenn die KArre nicht so will, gebrauchte Teile gibts auf jeder Ecke. Falls ein 2E verbaut ist, dann frag nach dem letzten Zahnriementausch. Die sind da ein wenig heikel! Sonst mach einfach nur die üblichen Sichtkontrollen: Achsmanschetten, Ölverlust, Durchrostungen, Auspuff, Bremsschläuche.
     
  7. Pirx

    Pirx Grünschnabel

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    Hallo, vielen Dank für eure Antworten.

    In diesem Fall ist es so, dass der Wagen leider nicht maximal 1000,- sondern fast 2000,- kosten soll, allerdings mit neuem TÜV, 120000 KM auf der Uhr und einem Vorbesitzer (einer älteren Dame). Der Wagen macht einen guten Eindruck, aber ich kaufe auch nicht gern die Katze im Sack, schon gar nicht bei dem Preis. Ich habe dem Verkäufer meine Bedenken mitgeteilt und bin gespannt, was er mir vorschlägt.
     
  8. JOJO78

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    Mir hat ein Händler mal gesagt alles was 97er Baujahr ist und Älter kann er keine Gewährleistung mehr geben da kommt nix mehr bei rum. Deswegen meistens dann als Export oder Kundenauftrag zu verkaufen.
    Kann ich auch Irgendwie verstehen.
     
  9. #8 Lukas715, 28.10.2009
    Lukas715

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    Kauf den Wagen! Schau ihn dir genau an, check ihn durch so gut als Laie kannst und kauf ihn. Was soll schon kaputt werden bei einem P9. Wie gesagt, ich hab mein letztes Alltagsauto auch bewusst ohne Gewährleistung gekauft, das hat aber 4mal so viel gekostet. Wenn du weißt worauf du dich einlässt ist das ein zu kalkulierendes Risiko. Denk dir einfach du kaufst von der Omi privat. :D
     
  10. #9 Stefan_, 28.10.2009
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    Gewährleistung ist ja EU-Recht, oder?
    Wenn dem so ist, dann wären es einmal 24 Monate (auch bei Gebrauchtfahrzeugen!?!?), wobei in den ersten 6 Monaten der Händler beweisen muss, dass ein ev. Schaden ursächlich nicht durch Produktionsfehler entstanden ist. Diese 6 Monaten kommen einer "Garantie" gleich. Danach gibt es eine Beweislast-Umkehr, wo der Käufer den Beweis antreten muss: In der Regel ohne Erfolg gekrönt, weil Gutachter- und Anwaltkosten meist nicht den Schaden rechtfertigen --- wenn es sich um einen Gallardo mit Diff.-Problemen handelt, ist das etwas anderes. --- Gut, soviel zur Theorie.

    Praktisch habe ich mir einmal bei 2 kostenlose Inet-Seiten (dat.de, autobudget.de) Bewertungen angesehen: Der Händlereinkaufspreis liegt da zw. € 800,- und € 1.300,- , der VK-Preis bei max. € 1.900,- . Die Angaben zu "Privatverkauf" liegen bei guten € 1.000,-
    Was bedeutet das nun: Der Händler hat ihn wahrscheinlich um gerade einmal € 800,- eingekauft (das funktioniert bei älteren Menschen ganz gut, wie ich festgestellt habe), wahrscheinlich sogar mit dieser Argumentation, dass das Auto eigentlich nur mehr € 500,- wert ist, aber da es mit 50tsd km unter dem km-Soll ist, gibt er ihr glatte € 800,- .

    Den P9 hat er dann einmal poliert und herausgesaugt, wahrscheinlich mit € 2.500,- angeschrieben und auf dich gewartet...
    Dir hat er das Auto schmackhaft gemacht (gepflegt, 1 Vorbesitzer, wenig km, ...), ist wahnsinnige € 600,- runter (25%!), liegt jetzt bei dem Preis, den er sowieso max. verlangen hätte dürfen und drückt dir nun rein, dass er keine Gewährleistung mehr geben kann!

    Fazit: Lass sofort dir Finger davon!!! Hast du schon das Scheckheft gesehen, ist alles gemacht und die km korrekt!?

    Entweder gehst du nochmal hin und sagst, dass du dann einverstanden bist, wenn er dir das Auto praktisch "als Privater" verkauft und somit um die € 1.000,- hergibt, oder er soll dir gefälligst die Gewährleistung geben. Warum gibt es sonst einen Händlereinkaufs und -verkaufspreis? Für 3x Dampfplaudern und 1x Waschen sind über € 1.000,- Schnitt wahrlich unverschämt...

    Du wirst doch nichts ernsthaft ein Auto mit einem (Privat-)Wert von € 1.000,- um sage und schreibe € 1.900,- ohne Gewährleistung kaufen!?!?

    Und wenn er dir ganz blöd kommt, dann soll er dir einen Eurotax-Ausdruck mit "Zustand 2 bis 3" geben. Diesen Preis INKL. Gewährleistung darf er max. verlangen ...

    Grüße
    Stefan
     
  11. Pirx

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    Danke euch für eure Einschätzungen.

    Meines Erachtens kann man dem Händler nicht von vornherein unterstellen, dass er den Wagen für 500,- bekommen hat und nun einen ungebührlichen Schnitt macht. Es KANN sein, aber dafür gibt es keinerlei Beweis. Das Scheckheft ist weitgehend ausgefüllt, und die Kilometer stimmen.

    Momentan verhandele ich noch, mal schauen, was dabei rauskommt..

    Grüße
    Arndt
     
  12. #11 Stefan_, 28.10.2009
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    Wieso € 500,- ? Ich habe € 800,- geschrieben.
    Wie soll ich sagen, ich bin zwar kein Autohändler, aber die "eigenen Schwächen erkennt man bei anderen am schnellsten". ;)

    Aufgrund der Faktenlage (Fahrzeugbewertung) würde ich genauso handeln. Und vllt. bin ich auf den ersten Blick auch nicht unsympatisch. :O
    Um welchen Preis hat er ihn denn ursprünglich angeschrieben, würde mich jetzt echt interessieren!! € 2.400? € 2.500?
    Und welchen Preis verlangt er schlussendlich? € 1.900?

    Grüße
    Stefan
     
  13. #12 optifit, 28.10.2009
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    Zuerst mal muss man wissen Gewährleistung ist nicht gleich Grantie!!!

    zum 2.
    Was heisst Gewährleistung:
    Gewährleistung vom Händler heisst:
    Gewährleistung soll nur dafür da sein um verdeckte Mängel die beim Kauf bestanden haben, geltend machen zu können.
    Fehler, die nicht im Kaufvertag vermerkt wurden gelten als Mängel...
    wenn Sie nich Fahrzeugtypisch sind und dem Alter, der Laufleistung und beschriebenen Zustand entsprechen.

    Wenn Du z. B. einen 15 Jahre alten Fiat kaufst und beschwehrst Dich nach einem halben Jahr über Rost.
    Dann ist es Fahrzeugtypisch...
    Wenn du Dir jetzt ein Auto mit 150 -180TKM kaufst.
    Dir geht nach einem halben jahr der Generator kaputt, dann ist das Verschleiss.
    1. wegen der Laufleistung und 2. weil Du mit einem defekten Generator nie 6 Mon. gefahren wärst.
     
  14. Pirx

    Pirx Grünschnabel

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    Der Preis lag von Anfang an unter 2000,- und es ging nur noch um zusätzliche Leistungen, also was im Preis inbegriffen sein soll, wie z.B. TÜV neu, Werkstattcheck, Reifen.

    Vergleichbare Angebote vom Händler bei mobile, autoscout etc sind auch nicht wirklich günstiger, selbst bei Privatleuten nicht, wenn ich mir die Ausstattung jeweils anschaue, die in dem Fall hier für mich genau passt, den Gesamtzustand, KM, TÜV... Hinzu kommt auch, dass man zwar bundesweit einige gute Angebote findet. Aber ich kann auch schlecht hunderte von Kilometern herumfahren, um mir die Kisten anzuschauen, abzuwägen, evtl zu kaufen. Ich muss möglichst in der Nähe was finden und dafür evtl den einen oder anderen Nachteil in Kauf nehmen. Der Händler macht das, er fährt rum, kauft, überführt und will dann was verdienen, das kann ich nachvollziehen.

    Es ist natürlich auch so, dass die Zeit für Käufer eines Gebrauchten nicht optimal sind, nachdem viele Gebrauchte in der Schrottpresse anstatt auf dem Markt gelandet sind. Wenn ich jetzt einen Wagen brauche, muss ich suchen, abwägen, reden und letzlich doch ein Risoko eingehen, mit dem ich entweder leben kann oder nicht.
     
  15. #14 Stefan_, 28.10.2009
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    Tut mir leid, aber das ist nicht die "Defintion" von Gewährleistung - sonst würden sich die Händler doch nicht dagegen wehren...

    Gewährleitung bedeutet sinngemäß, dass ein Auto die ersten 6 Monate ohne "Gebrechen" (Aggregate, Getriebe, Motor, ...) läuft - Rost gehört meiner Ansicht ohnehin nicht dazu. Der Händler muss beweisen, dass die Aggregate so gut in Schuss sind, dass sie nicht gebrechen hätten dürfen.
    Die restlichen 18 Monate ist ohnehin der Kunde in der Beweislast-Pflicht...

    Grüße
    Stefan
     
  16. #15 Stefan_, 29.10.2009
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    Gut, dann ist er einmal ein "ehrlicher Profitmacher". ;)

    Aber wenn ich von VP € 1.900,- und einem "Zustand gut" ausgehe, ist auf jeden Fall mal ein aktueller TÜV oder (lückenlos) Scheckheft-gepflegt gemeint; 2 Sätze (ordnungsgemäße) Reifen sollten auch dabei sein, zumindest die montierten Reifen müssen die gesetzliche Mindestprofiltiefe habe --- ansonsten ist das Auto praktisch nicht fahrbereit und somit zum "Schrottwert" zu bewerten... Rechne dir einfach mal aus, was deine Posten monetär ausmachen: € 300, vielleicht € 400,-?

    Gut, kann ich nachvollziehen.

    Jein, dass viele Autos statt auf dem Gebrauchtwagen-Markt in der Presse gelandet sind, ist richtig. Trotzdem sind dadurch automatisch die Gebraucht-Preise in den Keller gegangen, weil eben die Nachfrage der nach wie vor vorhandenen Gebrauchten zurückgegangen ist --- Wir versuchen in der Familie gerade, 2 Eigentums-Wohnungen zu verkaufen. Aufgrund der Finanzkrise und der dadurch einhergehenden "Kreditrestriktionen" bei den Banken eine ziemliche Herausforderung.

    Und wenn der P9 in gutem Zustand ist, dann sollte für den Händler die Gewährleistung kein Problem darstellen. Meine persönlich Meinung sind max. € 1.500,- "fahrbereit" ohne Gewährleistung, wenn du so unbedingt das Auto haben willst ...
    Ich versuche nur, für dich das beste Angebot zu argumentieren; Wenn dir der Händler so sympathisch ist, dann gibt ihm doch das Geld, er wird dir nicht böse sein. ;)

    Ich hoffe, du bist mir jetzt nicht böse, wenn ich meine Meinung in dieser Weise begründe, aber ich will dir weder böses noch dir die Freude im Vorhinein vermiesen. ;)

    Grüße
    Stefan
     
  17. #16 optifit, 29.10.2009
    optifit

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    Also ich war auf einem 1-Tägigen Seminar, wo ein Fachanwalt dies so erklärt hat.
    Wir hatten auch schon einen Fall, wo wir ein Auto mit 2J. TÜV für 600Eur. verkauft hatten, das der Kunde was auf Gewährleistung behoben haben wollte.
    Der Richter hat sich darüber belustigt...
    Wenn die Kohlen des Generators abgenutzt sind bei einem Auto mit 400.000km... liegt das im Rahmen der natürlichen Abnutzung eines Fahrzeuges mit der km- Leistung und des Fahrzeugpreises.

    (Hätten wir aber dieses Auto für 2000Eur. verkauft, wäre dies ein überdurchscnittlicher Preis und würde auf eine überdurchschnittliche Erhaltung rückschließen lassen. Da wäre die Sache Anders gewesen.)

    Die meisten wissen gar nicht, was gewährleistung heißt, wurden auch nichtt darüber aufgeklärt, was die Sachmängelhaftung umfasst.
    Das 1. halbe Jahr muss der Händler beweisen, das der Mangel schon beim Kauf bestanden hat.
    Danach der Kunde.
    Was Du beschrieben hast "Ohne Gebrechen" ist Garantie.
    Viele Händler machen aus Kulanz die Beanstandungen, das hatten wir auch schon vor der Gewährleistung gemacht.
    Nur wenn einer so stark handelt, das man keine Kostenreserven hat, dann bleiben wir auch hart.




     
  18. #17 Stefan_, 29.10.2009
    Stefan_

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    @optifit, "ohne Gebrechen" und "Mangel bereits bei Kauf" ist zugegeben definitorisch nicht das selbe, praktisch gesehen aber doch, weil eben der Händler etwas beweisen muss! Und das muss erst mal bewiesen werden! Nebenbei ist Garantie in der Regel ausschließlich auf Produktionsfehler beschränkt, was wiederum praktisch der Gewährleistung in den ersten 6 Monaten entspricht.
    Ganz im Gegenteil: früher haben viele Hersteller (nicht unbedingt auf Autos bezogen) eine 12 monatige "Garantie" gehabt und dann durch die EU-RL auf "24 Monate Gewährleitungs-Garantie" upgegradet --- dass genau diese Hersteller jetzt besser aussteigen, ist vielen weniger bekannt... Ich habe aber kein 1-tägiges Seminar besucht, bei mir war es lediglich ein Teil des Kurses "Handelsrecht I"...


    Ich verstehe zwar, was du geschrieben hast, tue mir aber trotzdem schwer, es auf den konkreten Fall zu abstrahieren...
    Im konkreten Fall geht es um ein Fahrzeug, dass lt. meiner Recherche € 1.900,- wert ist und auch zu diesem Preis angeboten wurde. Der Kunde (Threadersteller) hat jetzt bei TÜV-Plakette, Reifen und 1x Service gehandelt --> Frage: Ist das nun "hart" verhandelt oder nicht?

    Des Weiteren stimme ich dir auch zu, dass bei einem "Gewährleistungsschaden" i.H.v. sagen wir € 2.500,- der "ehrliche" VK-Preis von € 1.900,- in keinem Verhältnis steht - aber trotzdem muss das einmal bis zum Richter gelangen, bedeutet also eine Klage.

    Aber jetzt meine Fragen an dich:
    1. Was meinst du, ist ein Gewähleistungs-"Anspruch" (der ja gesetzlich vorgesehen ist) bei oben genannten Voraussetzungen legetim oder nicht?
    2. Welchen VK-Preis darf ein Händler verlangen, wenn kein TÜV besteht und letztes Service nicht gemacht wurde? Entspricht das dem Eurotax-Zustand "gut"?
    3. Welche Preisminderung ist realistisch, wenn man auch die Gewährleitung verzichtet?

    Grüße
    Stefan
     
  19. #18 optifit, 29.10.2009
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    Ich müsste wissen, wie alt das Auto und die Laufleistung.
    Es kommt auch darauf an welcher Schaden vorliegt.
    Ist der Schaden ein Mangel?
    d.H. ist er Maken und Modelltypisch?
    Kann er auf normale Abnutzung durch Laufleistung und Alter zurückzuführen sein?
    zu2:
    OB TÜV oder nicht spielt keine Rolle.
    Welche Schäden wurden im Kaufvertrag vermerkt?
    Ein Auto ohne TÜV und AU ist natürlich weniger wert, da Schäden festgestellt werden können, die für TÜV behoben werden müssen.
    Setzter Service ist keine Wertminderung.
    Nun kommt es auf den optischen Zustand an, ob dieser einem Auto mit dem Alter und der Laufleistung entspricht.
    Ist er schlechter gepflegt oder besser?

    zu3.
    Auf Gewährleistung kann eine Privatperson nicht verzichten. alle verzichtserklärungen sind nichtig!
    Selbst Privatleute geben untereinander Gewährleistung, wenn Sie nicht ausgeschlossen wird.
    Ist nichts vermerkt, geben Privatleute auch Gewährleistung.

    Bei Autos in unterer Preiskategorie mache ich immmer Checklisten, in denen ich mit dem Käufer bei Übergabe alles Abarbeite.
    In der Liste unterschreibe ich und der Käufer.
    Also wurde mir bescheinigt, was funktioniert und was nicht.

    Wenn Du ein Auto für für 1900Eur. verkauft hast, das Auto ist sagen wir mal 12 Jahre alt und hat 160tkm drauf.
    Der Käufer ist eine Zeit damit gefahren (ca. 5000km), der Motor ist kaputt gegangen.
    Pech! denn mit einem Motor, der beim Verkauf kaputt war, wäre er nie so weit gekommen.
     
  20. AdMan

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  21. #19 Stefan_, 29.10.2009
    Stefan_

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    Wurde ja eingangs gepostet: Starlet, Bj. 1997, 120tsd KM ...

    Alles klar!

    Angeblich (in diesem Thread) kann man darauf "willentlich" verzichten ...

    Ok, habe ich auch angenommen, weil keine "Maßgeblichkeit" ...


    @Pirx, daher finde ich die Argumente der Händlers auch nicht echt nachvollziehbar ...

    Grüße
    Stefan
     
  22. Diddel

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    Schon schön was Fachanwälte so erklären.
    Wenn nach einem halben Jahr der Generator kaputt geht liegt das in der Garantie (Sachmängelhaftung), einfach weil es das EU-Recht so bestimmt. Warum? Nun, vor in Kraft treten des EU-Rechts konnten versteckte Mängel auch eingeklagt werden, seither ist jeder Fachbetrieb dazu verpflichtet das Fahrzeug zu überprüfen. Das heisst, ein Fachbetrieb kann sich nicht mehr auf verdeckte Mängel berufen. Das ist der grosse Unterschied von altem Recht zu neuem Recht.
    Früher konnte ein Händler einen Unfallwagen richten und so verkaufen als hätte es keinen Unfall, es war dem Käufer überlassen nachzuweissen ob das Fahrzeug beim Händler repariert wurde oder nicht. Heute kaufe ich ein Fahrzeug "wie besehen" und stelle nach 5 Monaten fest das es einen Unfall hatte. Wenn das nicht im Kaufvertrag steht muss der Händler es zurücknehmen, auch wenn ich nur 400 Euro bezahlt habe.
    Also wo liegt der Unterschied? Wenn ein Händler feststellt das ein Verschleissteil nicht mehr dem gültigen Stand der Technik entspricht muss er es auswechseln. Eine Vertragsausschlussklausel ist nicht rechtswirksam. Das sagt das Gesetz, aber was sagt der Richter?
    Eben das nicht jeder Recht bekommt der recht hat, allerdings kann kein Händler die Sachmängelhaftung aufgrung einer besonderen Preisgestaltung einschränken.

    Grüssle Miriam

    PS.: die Freundin von Diddel, die seit 18 Jahren als Fachangestellte bei einem Rechtsanwalt für Verkehrswesen arbeitet.
     
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