ein kleines Making of von meinem MR2 Filmchen

Dieses Thema im Forum "Berichte" wurde erstellt von MMR, 02.05.2006.

  1. MMR

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    Auf einige Anfragen hin hab ich mich mal dran gemacht, ein kleines Making of zu schreiben...

    Nun gut... hier mal eine ausführliche Erklärung, dass man sich das in etwa vorstellen kann.

    nun ja, der workflow sieht ganz grob folgendermaßen aus:


    1. Beschaffung des ganzen Referenzmaterials, also Blueprints, Zeichnungen und haufenweise Fotos vom Auto machen.

    2. Konzeptgestaltung... man überlegt sich, wie der Film aufgebaut werden soll, welchen Sinn er haben soll und was man damit rüberbringen soll. Ungeachtet von technischen Details jetzt. Man überlegt sich, welche Stimmung und welcher Style verwendet wird um emotional das rüberzubringen was man versucht. Durch Sound, farbliche Abstimmung, Schnittfolge, Typographie etc.

    3. Erstellung eines Storyboards um eine Vorstellung zu haben, welche Einstellungen man brauch und ob diese auch schnitttechnisch zusammenpassen. Hierbei spielt es keine Rolle was nun gefilmt oder 3D ist. Es geht einfach nur ums Bild.

    Der endgültige Film muss aber nicht mit dem ursprünglichen Storyboard zu tun haben. Das ist nur eine grobe Zusammenfassung des Konzepts. Die Details oder Änderungen werden meist im Schnitt selber noch getweakt, da man vielleicht ne andere Idee hat oder sieht, dass es anders besser kommt.

    Hier mal ein Auszug aus solch einem Storyboard. Ist nur skizzenhaft mit einem Grafiktablett gezeichnet, damit man eine Vorstellung hat

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    3. Nachdem man weiss, welche Punkte am 3D Modell oder allgemein in 3D am Besten zu sehen sind, wird dementsprechend gezielt was die Details angeht, das Auto modelliert. Das ist der schwerste Part... es ist vor allem sehr sehr schwer, jeden Winkel 100%tig richtig hinzukriegen und die Form des Autos zu treffen. Alleine das dauernd ca. 150-200 Stunden. Hier mal ein paar Bilder aus dem Entstehungsprozess des 3D MR2

    SO fängt es an

    und geht dann so weiter...

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    [​IMG]

    Zum Schluss macht man noch das Material wie Lack, Plastik etc. Man muss jeden Parameter einstellen wie Reflexionsgrad, Winkel, Glanzpunkte usw usw... im Prinzip jede Eigenschaft, die ein Material haben kann. Bei Lack sogar in mehreren Schichten. Das sollte dann so aussehen:

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    4. Nachdem das 3D Modell von dem Auto fertig ist, macht man sich an die Umgebung, in der es zu sehen ist, sowie den Rest der 3D Sachen. In meinem Fall eine Stadt, ein Showroom und ein Tunnel

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    Ist das gemacht, wird "vituell" gefilmt. Das heisst man hat seine 3D Szene, leuchtet diese realistisch aus mit Berücksichtigung von Schatten, Glanzpunkten, Lens Effekten, Lichtbrechungen usw. und setzt eine virtuelle Kamera ein. Dann das Auto... dieses wird dann noch animiert so wie man es möchte und animiert die Kamera auch anhand von Dreh/Neigungswinkel, Position, Brennweite etc. Mal ganz kurz und oberflächlich gesagt ;)

    5. Danach sucht man sich eine passende Sounduntermalung. Gar nicht so einfach wie es klingt. Man nimmt nicht einfach ein "cooles Lied" sondern man hat ja eine gewisse Vorstellung. Siehe Punkte 1 ;) Man will ja eine gewisse Stimmung und Emotion mit den Bildern bewirken. Zum einen muss der Sound das unterstreichen und zum anderen muss man passend zum Konzept darauf schneiden können. Achtet mal auf den Sound und die Schnitte dazu, dann wisst ihr was ich meine.

    6. Was natürlich nicht zu vergessen ist -> der Realbild-Dreh. Man hat gemäß Storyboard schon eine Shotlist zusammengestellt in der man von vornerein weiß, welche Einstellungen man brauch. Vor dem Drehen muss man sich nun zusammen mit dem Kameramann und den Drehteam (alleine geht das ja schlecht) Gedanken machen, wie man das ganze praktisch dann umsetzt. Man spielt in diesem Fall den Regisseur ;) Lange Rede kurzer Sinn -> Man macht seine Shots und davon je nachdem wie es läuft 3-6 Takes... also jedesmal das Gleiche wiederholen, dass man hinterher beim Schneiden die Szenen raussuchen kann, die am besten passen und man noch ein gewisses Maß an Flexibilität hat.

    Das roh gefilmte Material sieht dann so aus

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    Wie man sieht, sind das fast alles Shots, die ich hinterher nicht verwendet habe, da es schnitttechnisch oder ein so nicht reingepasst hat. Ca. 95% des gedrehten Materials wird sowieso nicht verwendet.

    7. Jetzt kommt die Farbanpassung, das Compositing und die Stilfindung ins Spiel... im Prinzip geht es wieder um die Stimmung und die Emotion. Die sollte nicht einfach durch einfache Bilder rübergebracht werden. Man kann in diesem Fall den Bildern auch einen gewissen Touch und einen Style mittels Farbkorrekturen geben. Das sollte sich natürlich mit dem Konzept und dem Sound schneiden. So wird aus den Bildern wie man sie oben sieht sowas hier:

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    [​IMG]

    8. Zu guterletzt kommt das traditionelle Compositing dran. Compositing ist im Prinzip wie Photoshop (mehrere Layer) nur in Filmform eben. Also nichts anderes nur eben animiert. Gemacht wird das dann mit Adobe After Effects. Dazu gehören z.B. Speedramps (dynamische Veränderung der Clipgeschwindigkeit), diverse angepasste Überblendungen, Textkram, Stabilisierung des gedrehten Materials (z.b. Auskompensieren von nicht gewollten Wacklern etc.) als auch viel Arbeit mit Bildern und Masken. Das Intro ist ein gutes Beispiel dafür. Will ich jetzt aber nicht zu sehr erläutern, da es sonst zu technisch wird.

    9. Wenn man nun alle Teile fertig hat lädt man alles ins Schnittprogramm und setzt die Clips wie im Storyboard aneinander und fängt an, auf den Sound zu schneiden. Auch das ist etwas kompliziert zu erklären -> aber kurz gesagt muss das Bild und deren Schnitte eben mit dem Ton harmonieren ;) das ist leider auch meist sehr viel Arbeit, da man jede Unstimmigkeit sofort sieht bzw. merkt. Bewusst oder eben meist unbewusst... wenn man fertig ist, codet man den Film in den gewünschten Formaten raus und fedddisch :)


    10. Und ganz zum Schluss kommt noch das DVD Authoring. Will heissen man erstellt ein DVD Menü, animiert das und baut eine Menüstruktur auf. Mit Bonusmaterial und Making of, so wie ich das noch vorhabe. Dann natürlich noch das Cover- und Discdesign und das wars dann :)

    Ich hoff ich konnt es einigermaßen einleuchtend erklären ;) Nun ja, so sind 350 Stunden Arbeit für einen 4:30min Film eigentlich noch recht wenig ;) vielleicht bekommt ihr ja so eine Vorstellung, wie viel höllenmäßiger Aufwand es ist, einen Hollywood Film zu produzieren ;) Das macht ja wie in in diesem Fall nicht nicht nur eine einzige Person :)
     
  2. AdMan

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  3. #2 echt_weg, 02.05.2006
    echt_weg

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    klasse beschrieben und ne echt interessante sache
     
  4. BRO

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    echt klasse gemacht!! :] :))

    die virtuellen fahrszenen kommen super. gefällt mir das video und die musik passt auch ... das erste lied, wie heißt das nochma?(

    greetz
     
  5. MMR

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    bro: wer lesen kann ist klar im vorteil ;) siehe abspann ;)
     
  6. BRO

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    dann muss ich ja jetzt feierabend machen ... kurz mit dem fahrrad nach hauser radeln... mein laptop anmachen und das video anschauen .... LOL

    nö, kein bock!! :D

    ich weiß nurnoch das es irgendwas von TFATF war, kann das sein ... vielleicht komm ich drauf :rolleyes:

    greetz
     
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