Bremsbacken wechseln

Dieses Thema im Forum "Karosserie und Fahrwerk" wurde erstellt von Rafau, 27.10.2005.

  1. Rafau

    Rafau Grünschnabel

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    Nabend....

    hab heute meine bremsscheiben und beläge vorne gewechselt.....die waren ziemlich uneben.....kennt man ja das problem......wollte eigentlich heut noch die bremsbacken wechseln.....es war aber schon ein wenig zu dunkel.....also bevor ich mich morgen wieder dran begebe...wollt ich mal fragen auf was ich da so achten muss....oder wie man die backen überhaupt runterbekommt und wie kann man die radbremszylinder prüfen, will wissen ob die noch in ordnung sind?!?!?!

    also backen hab ich noch nie gewechselt.....denk ma nicht das es so schwer ist.....wollt euch trotzdem zur sicherheit mal fragen.

    bin für jeden tipp dankbar.

    mfg
    Rafau
     
  2. AdMan

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  3. #2 wdlbrmpft, 28.10.2005
    wdlbrmpft

    wdlbrmpft Junior Mitglied

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    Hi, ich hab das heute bei meiner Carina gemacht (und vorher schon bei diversen Fords):

    Als erstes solltest Du mal das Auto aufbocken und mit Keilen sichern, daß es nicht wegrollt. Man kann das auch einzeln je Seite mit dem Wagenheber machen (wie vorne auch).

    Zuerst muß man die Bremstrommel runterziehen. Dazu ist natürlich die Handbremse zu lösen (daher die Anmerkung wegen des Wegrollens).
    Das Aubziehen ist meist nicht ganz einfach, da sich an der Bremstrommel ein Grat gebildet hat und die Bremsbacken nicht vollständig zusammengezogen sind. Die Bremstrommel kann daher nicht über die Bremsbacken rutschen.

    Ich versuch dann immer mir leichten (!) und umlaufenden Schlägen mit dem Handfäustel die Bremsbacken zum zusammenziehen zu bewegen, während ich die Trommel drehe. Dabei versuche ich immer wieder, die Trommel mit der Hand (auch unter drehen) abzuziehen. Man kann auch hin und wieder an die Stirnseite schlagen, falls die Trommel an der Nabe festgerostet ist. Aber immer schon behutsam.
    Von der Gewaltmethode mit einem Abzieher halte ich nicht so viel, sollen aber auch viele machen.

    Ich weiß nicht, wie's bei Deinem Auto ist, aber bei meinem Escort (Bj. 86) mußte man vorher noch das äußere Radlager entfernen, vielleicht weiß einer hier im Forum da Bescheid. Beim Carina, Avensis, Mondeo war das nicht erforderlich, was die Sache ungemein erleichtert.

    Nach Abnehmen der Trommel fällt erst mal Kiloweise Bremsenstaub raus. Dann kann man einen Blick darauf wagen. Hier sollte man sich gut einprägen wo irgendwelche Federn eingehängt waren. Wenn man beide Seiten aufgebockt hat, kann man ja eine Seite als Vorlage lassen. Falls man sich's nicht merken kann, kann man auch Notizen machen oder es digital fotographieren.

    Die Bremse sollte staubtrocken sein, das gleich gilt auch für die Radbremszylinder. Sollte das nicht der Fall sein, gilt's auch diesen auszutauschen.

    Danach löse ich die Befestigungen (Tellerfedern) und die große Feder oben, evtl. die Feder unten noch und dann kann man die Backen abnehmen. Anschließend noch das Handbremseil aushängen (Feder zurückschieben und Seil aushängen).

    Eventuell müssen jetzt einige Teile (Handbremshebel) von den alten Backen auf die neuen umgebaut werden.

    Vor der Mantage sollte alles - auch die Bremstrommel gründlich mit Bremsenreiniger (kein Benzin oder Nitroverdünnung, da ölhaltig) gereinigt werden. Danach fette ich noch sparsam die Auflagepunkte der Backen, damit sie sich leichter bewegen können.

    Anschließend geht's an die Montage. Das ist oft ein kleines Geduldsspiel. Sinnvoll ist es, sich einen neuen Zubehörsatz (Feder, Stifte etc.) zuzulegen, der sollte aber original sein, weil aus dem Zubehör paßt immer nur die Hälfte (eigene Erfahrung).
    Handbremseil einhängen. Backen unten ansetzen und mit der Tellerfeder befestigen. Zweiten Backen ansetzen. Automatische Handbremsenverstellung (vorher zusammenschrauben oder - zurückstellen) in der Mitte zwischen den Backen in die Nuten einsetzen und zweiten Backen mit der Feder und dem Teller befestigen. Und noch alle Federn einhängen. Dann wäre man fertig - wenn man nicht wieder eine Feder vergessen hätte, die man vorher irgendwo hätte einhängen sollen...

    Wenn man den Grat der Bremstrommel mit einer Feile oder - wenn man viel Gefühl hat mit einer Flex - entfernt, bekommt man die Trommel leichter wieder drauf.

    Trommel und Backen nochmals mit Bremsenreiniger entfetten, dann die Trommel wieder draufstecken (vorher die Backen zusammendrücken, daß der Radbremszylinder ganz zusammengedrückt ist).

    Die Handbremse ein paar mal betätigen (dazu müssen beide Trommel drauf sein!) und prüfen ob sie richtig und beidseitig gleichmäßig zieht, falls nicht Trommel noch mal runter und den Versteller etwas nachstellen. Muß nicht sein, denn das reguliert sich von selbst mit der Zeit, aber so geht die Handbremse von Anfang an richtig.

    Räder wieder drauf und ab.


    Sollte ich noch was vergessen haben, korrigiert mich bitte.

    Schönen Abend noch



    wdlbrmpft
     
  4. #3 bremsenbenno, 29.10.2005
    bremsenbenno

    bremsenbenno Mitglied

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    lass die finger davon wenn du nicht weißt wie das geht
     
  5. Rafau

    Rafau Grünschnabel

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    @wdlbrmpft
    Danke für diese Aussagekräftige Antwort......echt nett...
    ab soweit ins detail musstest du nicht gehen :)

    @bremsenbenno
    ich hab schon ahnung, nur hab ich es vorher nie praktisch gemacht.
    wollte nur paar tips haben wie zum beispiel den das ich mir am besten die federn neu hole.....


    das hat mir schon gut geholfen....hab mir die federn die tellerchen und den bolzen der da durch geht neugeholt....war ja nicht so teuer der kack.....war doch alles gar nicht so schwer.....ich sag nur Do It Yourself!!!! ;)
    ich machs mir immer selbst.... :D
     
  6. #5 wdlbrmpft, 04.11.2005
    wdlbrmpft

    wdlbrmpft Junior Mitglied

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    > ab soweit ins detail musstest du nicht gehen

    Lieber mal ein paar Details mehr, ich schreib ja gerne, wenn ich Zeit hab...

    Und wenn man nie was selber macht, dann lernt man's auch nichts. Wichtig ist bei Autoreparieren eine konzentrierte und ordentliche Arbeitsweise (keine 3 Halbe Bier dazu!), dann geht das auch sauber und zügig.

    Gut ist auch ein Reparaturhandbuch, das auch von einem anderen Auto sein kann. Da stehen oft Grundregeln drin, die bei jedem Auto gelten.

    Früher hab ich immer tagelang am Auto rumgemurkst und das gleiche geschafft, was heute in 4 Stunden geht. Vielleicht macht's mir auch nicht mehr soviel Spaß, den ganzen Tag unterm Auto zu liegen.

    Viel Spaß noch

    wdlbrmpft
     
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